Am 27.08 2014 verstarb der Kinderbuchautor Benno Pludra in Potsdam. Meine Generation ist mit seinen Büchern groß gewurden. Wir suchten mit Lütt Matten nach der weißen Muschel, reisten mit nach Sundevit und retteten  einen kleinen Hund (Bootsmann auf der Scholle) von einer Eisscholle. Wir flüchteten von der Insel der Schwäne wieder zur Großmutter an die See.
Pludras Kinderfiguren waren nie einfach. Sie hatten Probleme, und manchmal kamen sie auch nicht zurecht. Es ist diese Erzählweise, die Benno Pludra bei uns Kindern so beliebt machte.
Ich habe an Ihn eine besondere Erinnerung: Ich habe schon als Kind viel und gern gelesen. 1966 meinte meine Deutschlehrerin dann wäre ja eine Lesung mit Benno Pludra gerade richtig für mich. Ich wäre eh eine Leseratte und ich würde auch reden wie ein Buch und dies ganz gut. Das lies ich mir nicht zweimal sagen. Ich weiß nicht aus welchen seiner Bücher Pludra gelesen hat. Ich kann auch nicht mehr rekapitulieren um was es in der anschließenden Gesprächsrunde ging. Auf alle Fälle um Kinder- und Jugendbücher sowie Filme. Nicht nur von Pludra.
Wie das so war in der DDR, waren die meisten der 13 bis 14 Jährigen die bei dieser Lesung  mehr oder weniger gezwungen dabei. Aber auser mir quasselten noch zwei Andere fleißig mit.  Am Schluß der Veranstaltung erhielten wir drei je ein Buch von Benno Pludra geschenkt. Ich bekam „Sheriff Teddy“ und er schrieb hinein: „Für Rolf Pflug – alles Gute Benno Pludra 1966“.
Dieses Buch habe ich bei der Nachricht vom Tod Benno Pludras wieder hervogekramt und natürlich gleich auf meiner Lesehitsche in ihm geblättert.

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